Lebensunterhalt nach eigenen Bedürfnissen verdienen

Die wohl meist gestellte Frage ist, wie wir unser Leben finanzieren.

Und ehrlich gesagt war es für uns auch eine der „größten“ Hürden zu Beginn.

Geld spielt in unserer Gesellschaft eine große Rolle. Das Arbeiten an sich nimmt bei den meisten einen so großen Teil des Alltages in Anspruch, dass es schnell zur Hauptrolle des Lebens wird. 
Ich habe schon viele Menschen getroffen, die gesagt haben „oh wie cool, ich würde ja auch gerne mal länger reisen, aber das kann ich mir nicht leisten.“ oder „ach ja so ortsunabhängig arbeiten ist ja was cooles, aber das geht in meinem Job überhaupt nicht.“.

So ähnlich haben wir bis vor 2 Jahren auch gedacht. Dann haben wir es hinterfragt und rumgesponnen, was es für Möglichkeiten für uns geben könnte.

Wie könnten wir „das Geldverdienen“ so gestalten, dass es uns minimal einschränkt und maximal Spaß macht?

Wir haben umgedacht und immer mehr gemerkt, dass wir an starren Strukturen festhängen.
In unserem Kopf waren einfach nur die klassischen Tätigkeiten, die „man“ nach dem Studium / der Ausblidung so macht.
Als Arzt arbeitet man in einer Praxis oder Klinik, als Hebamme im Krankenhaus oder bei den Menschen zu Hause in der Wohnung bzw in einer Praxis, als Ingenieur in einem Büro, als Friseur in einem Friseursalon, als Erzieher in einem Kindergarten. 
Irgendwann haben wir verschiedene Menschen kennengelernt, die mit den unterschiedlichsten Ausbildungen und Berufsbildern abseits der gesellschaftlichen Normen arbeiten.
Eines haben diese Menschen gemeinsam. Sie haben umgedacht. Sie sind nicht stur in ihren Strukturen geblieben.

Wir haben uns besonders von der „Anwesenheitspflicht“ und den festen Arbeitszeiten unserer Jobs eingeschränkt gefühlt.
Wir hatten keine Möglichkeit „Home-Office“ zu machen bzw nur in Kombination mit Anwesenheitstagen im Büro. Einfach mal 4 Wochen von einem anderen Ort aus zu arbeiten, war für uns nicht möglich. Außerdem waren wir an feste Arbeitszeiten, die entweder im Dienstplan festgelegt waren oder durch einen kleinen Zeitrahmen für Gleitzeit eingeschränkt waren.
Max ist ein Frühaufsteher und erledigt einen Teil seiner Arbeit am Liebsten schon vor dem Frühstück. Ich hingegen komme erst ab dem Vormittag so richtig in Schwung und arbeite gerne spät am Abend, wenn alles ruhig geworden ist.

Die Tätigkeiten, denen wir beruflich nachgegangen sind, haben uns zum Großteil Spaß gemacht.
Wir wollten also in „unserem“ Fachgebiet bleiben, wollten jedoch mehr Zeit mit den Aufgaben verbringen, die uns Spaß machten, als mit den Pflichaufgaben, die bei unserer jeweiligen Stelle dazugehörten.

Ort, Zeit und Aufgabenfeld unserer Arbeit möchten wir also selber bestimmen, das Fachgebiet jedoch beibehalten.

 

Doch wie stellt man das in der Realität tatsächlich an?

Eine Antwort darauf wird sich schwer finden lassen, denn die Antworten sind so vielfältig, wie die Menschen.
Es gibt nicht die eine Lösung. Für den einen bedeutet online arbeiten maximale Freiheit, für den nächsten bedeutet es puren Stress. Der eine liebt es an einem festen Ort im Team zu arbeiten, der nächste strebt danach ortsunabhängig und ohne jegliche strukturelle Vorgaben von Aussen zu arbeiten.
Im Folgenden ist unser Weg, den wir gegangen sind, bzw aktuell gehen um unsere beruflichen Wünsche, mit unseren familiären und persönlichen Wünschen auf einen Nenner zu bringen.

Da wir beide in unserem Fachgebiet bleiben wollten, war schnell geklärt, dass wir uns keine besonderen fachlichen Kompetenzen neu anlernen müssen, um unsere Arbeit umzusetzen. Da sind wir mittendrin im Thema, up to date. Die hatten wir also schonmal als Grundlage.
Max arbeitet zwar nicht mehr zu 100% in dem Arbeitsfeld, das er studiert hat, er ist jedoch schon bei seiner alten Arbeitsstelle in einen neuen Bereich hineingerutscht und hat sich somit während seiner damaligen Festanstellung neue Kompetenzen angeeignet, die er nun nutzt.

Ort und Zeit waren also die zwei großen Punkte, die es zu verändern galt.
Ehrlich gesagt standen wir erstmal mit großen Fragezeichen vor einer leeren Denkblase. Da Carlotta zu der Zeit noch sehr klein war und ich mit ihr in Elternzeit war, hielt ich Max den Rücken frei und er kümmerte sich zuerst um seinen beruflichen „Ausstieg“. Wie das damals organisatorisch ablief, könnt ihr unter „unser Start“ lesen.
Schnell war uns klar, dass für uns online zu arbeiten genau die Dinge verbessern würde, die wir ändern wollten. Arbeiten wir online können wir von überall auf der Welt zu jeder Uhrzeit arbeiten.
Da Max schon vorher viel am Computer gearbeitet hat und er daran auch Spaß hat, war für ihn schnell klar, dass das der aktuelle Weg für ihn sein soll.
Den Einstieg fand er damals, parallel zu seiner Festanstellung, über Freelencer-Plattformen. Hier konnte er sich kleine Aufträge suchen und somit ein wenig in die selbstständige Arbeit im Internet hineinschnuppern.
Mit der Zeit gewann er mehr und mehr Kunden, die zufrieden waren und immer wieder kamen, außerdem entstanden Partnerschaften mit größeren Auftraggebern.
Das klingt hier jetzt alles sehr einfach und schnell, war im Alltag aber ein ganzen Stück Arbeit…

Nach ca einem Jahr war die Grundlage so gefestigt, dass Max den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und seine Festanstellung kündigte. 

Ich bin aktuell noch im Aufbau meiner Selbstständigkeit, offiziell noch in Elternzeit. Wenn es Spruchreif ist, werde ich auch über meinen Weg berichten.

 

Was ich mir wünsche mit diesem Artikel zu erreichen?

Hmm…Ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, wie wir unser Leben finanzieren. Ein wenig Inspiration für Menschen zu schaffen, die mit ihrer Situation aktuell unzufrieden sind und nach neuen Möglichkeiten suchen. Und um zu zeigen, dass jeder es in der Hand hat Dinge im Leben zu überdenken und anzupassen. Es gibt Situationen im Leben, denen ist man hilflos ausgeliefert. Es gibt aber auch Situationen im Leben, denen fühlt man sich nur ausgeliefert. Vielleicht bekommt der ein oder andere, der sich seiner finanziellen / beruflichen Situation ausgeliefert fühlt, ein wenig Mut zur Veränderung. Was jede einzelne Familie dann letztendlich mit dieser Freiheit anstellt, ob sie die Welt bereisen, oder die gemeinsame Zeit im Eigenheim genießen ist ja völlig egal. Wichtig ist, dass ihr euch wohl fühlt und wisst, dass ihr es in der Hand habt und jeder Zeit an eure Bedürfnisse anpassen könnt.

Solltest du bzw deine Familie unzufrieden mit der aktuellen Situation sein und der Alltag wird durch die Arbeit so gestört, dass ihr ihn nicht so leben könnt, wie ihr es gerne wollt, dann fragt euch, was es euch Wert ist diese Situation zu ändern. Versucht weiterzudenken und offen für Veränderungen zu sein.

 

 

2 thoughts on “Lebensunterhalt nach eigenen Bedürfnissen verdienen

  1. Jana says:

    Hallo ihr lieben 🥰

    Danke für eure. ehrlichen und ausführlichen Worte und vor allem für die Offenheit .
    Wir fühlen uns gerade auch noch irgendwo im nirgendwo . Wir haben gekündigt , sind aktuell in Thailand , haben grob vor 1 Jahr zu reisen .. aber was ist danach ? Kann man überhaupt von unterwegs aus arbeiten ? Wie habt ihr das ganze begonnen ? Steuerlich ?

    Wir würden uns über einen ausführlichen austausch mit euch freuen .

    Liebe Grüße
    footprint_travelblog
    Jana Micha Finn und Felia

    • Sammy says:

      Hallo ihr Vier,

      ja „man“ kann von unterwegs arbeiten. Die Frage ist, wie man es organisiert. Rein organisatorisch gesehen ist es für uns unterwegs eine größere Herausforderung, als von zu Hause. Darüber kommt auch nochmal ein gesonderter Artikel.
      Wie alles steuerlich organisiert wird hängt wohl stark davon ab wo ihr gemeldet seid, was für eine Art der Arbeit ihr ausführt etc. Wir sind weiterhin in Deutschland gemeldet und somit hier „ganz normal“ steuerpflichtig, wie alle Menschen, die in Deutschland selbstständig sind. Wie es organisiert werden würde, wenn wir uns in Deutschland abmelden würden, kann ich euch aktuell nicht sagen, da das zur Zeit nicht unser Wunsch ist. Sollte sich das ändern, berichten wir gerne darüber! Da es viele Menschen gibt, die online bzw. selbstständig arbeiten und nicht mehr in Deutschland gemeldet sind, bin ich mir ganz sicher, dass es eine Lösung gibt. Da muss dann vermutlich jede Familie für sich schauen welche Lösung die meisten Vorteile bringt.
      Wir wünschen euch ganz viel Spaß in Thailand und freuen uns von euch zu hören.

      Liebe Grüße
      Sammy von 4wheels5souls

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